1 Die krass konkrete Kolumne: Kreatives (Er)Schaffen

krass konkrete Kolumne Flussperle Kolumne in Bildern
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Eigentlich sollte meine krass konkrete Kolumne ohne große Worte auskommen. Weil sie so krass konkret ist, dass die Bildsprache alles erzählt, was ihr wissen solltet. Der Schwierigkeit, eine Meinung in wenigen Bildern, wo ich mich doch sonst recht gerne in Alliterationen (daher auch der Kolumnenname) und Jugendsprech (krass konkret, gell!) rumwälze, darzustellen, war ich mir natürlich nicht bewusst. Hätte mir ja auch mal einer sagen können. 
Das erste Thema meiner neuen bildhaften Kolumne, Kreatives (Er)Schaffen, spiegelt den Prozess ihrer Geburt demnach ziemlich adäquat wieder. Am Anfang war die supergute Idee. Dazwischen die Zweifel, das Prokrastinieren, die Verzweiflung, das Nasenvergraben im beruhigenden Hauskatzenfell und schließlich die Versöhnung mit dem bunten Werk selbst. 

Zusammengefasst im virtuellen Scrapbook lässt sich das ganze Ausmaß dieser Gefühlshochs und -tiefs nun also weiter oben betrachten. Ihr mögt es Durcheinander nennen (bitte nicht), ich nenne es einen kreativen Ausbruch von Emotionen. Einmal im Monat möchte ich zukünftig ausbrechen und krass konkrete Kolumnen zusammenkleben, so lautet jedenfalls der gegenwärtige Fahrplan, denn das Kleben ist schön und Meinungen habe ich auch genug. Und eigentlich, so erzählt man sich, sagt ein Bild ja auch mehr als tausend Worte. 

2 Was machen Sachen, Snapchat?

snapchat filter warum braucht man snapchat? blogger

Nach zahllosen Selfies mit Hunde-, Katzen- oder Kylie-Jenner-Lippenfilter, die ich mir in den letzten Monaten auf Instagram ungewollt reinziehen musste, ist es nun so weit: Ich habe die Geister in den Bildern gefunden und tummele mich mit einigen Millionen (200 Millionen, um genau zu sein) anderer Menschen in diesem ominösen Snapchat. Dieser App, die bei zahllosen Kolumnisten und Kolumnistinnen auf Ablehnung stieß, für verloren gegangenes Datenvolumen vieler Freundinnen sorgte und die ich unlängst als erste App überhaupt auf dem "Ich bin zu alt für diesen Scheiss"-Haufen verrotten lassen wollte. 
Nun haben mich die schleckenden Hundemädchen und Blumenkränze dieser Welt also doch dazu verführt, die Front-Kamera meines Handys auch abseits der täglichen "Ey guck meine Katze liegt so süß auf meinem Schoß!"-Fotos zu verwenden. So richtig verstanden, warum ich meinem Bruder jetzt jeden Tag ein Schweinefoto von mir selbst schicke, habe ich trotzdem nicht.

Ich bin dann mal offiziell eine Mitläuferin, aber immerhin kann ich mich dabei in ein pausbäckiges Kind mit glasigen Kulleraugen verwandeln. 

Beschreibe Snapchat in einem Wort: Vergänglich

Schwer zu glauben, aber: Ich habe mich sehr lange gegen Snapchat gewehrt. 
Nicht, weil ich es einfach nur blöd fand. Ich fand es blöd und schwer verständlich. Noch heute, nach einer Woche der hemmungslosen Nutzung, weiß ich nicht wirklich, was meine Snapchat-Story von meinem Instagram-Account unterscheidet und warum ich mit mir hundsfremden Followern in Hundemontur einen persönlichen Bilder-Video-Nachrichtenwechsel eingehen wollen würde. Was mir die Trophäen (Du bist krass, weil: Du hast ein Video ohne Ton verschickt) bringen sollen, ab wann meine Familienmitglieder genug von meinen gefilterten Grimassen haben werden und warum diese Instagrammodels noch immer der Meinung sind, eine feuchte Hundenase würde sie annähernd sexy aussehen lassen, auch nicht. Ich sollte mir das nochmal von meiner kleinen Schwester erklären lassen. Weil sie Snapchat kann. Und ich offenbar nicht. 

Vielleicht lässt sich meine Immobilität im Mobilen damit erklären, dass ein Großteil der Snapchat-User mit 13 bis 17 Jahren einige Jahre jünger sind als ich und ich auch das Höchstalter der Mehrheit der Nutzer, immerhin 24, demnächst überschritten haben werde. Ich kann mich also getrost denjenigen zugehörig nennen, die keine Geduld für die neuen Tücken der Technik haben und auch sonst nicht wirklich wissen wollen, wie man mit den Postern an seiner Wand einen erfolgreichen Face-Swap absolviert. Bis vor einigen Wochen war ich schließlich noch sehr überzeugt davon, dass man jeden einzelnen Filter innerhalb der App downloaden oder gar käuflich erwerben muss.


snapchat filter warum braucht man snapchat? blogger

Warum brauche ich denn Snapchat?, fragte sie und erfreute sich an ihrem Pandagesicht


Noch während ich diese Zeilen schreibe, schieße ich drei Fotos mit Zahnspange, lese den "Warum du als Bloggerin Snapchat brauchst"-Artikel einer anderen Bloggerin und frage mich, ob mir die großen Lippen, die mir ein neuer Filter nahelegt, auch im echten Leben stehen würden. Warum Snapchat kürzlich so einen Boom erfahren hat, habe ich womöglich schon im ersten Absatz dieses Artikels beschrieben: Alle reden davon, wie sie es tun oder nicht - und ehe du dich versiehst, ist dieses unsäglich hässliche Geist-Logo mit dem gelben Hintergrund einfach überall. 
In Zeiten, in denen ich eh jedes künstlerisch aussehende Mahl voller Stolz verschicke, den Freund mit Katzenfotos bombardiere und die Redaktionsgruppe erst von randomisierten, lustigen Fotos so richtig zum Leben erweckt wird, gliedert sich dieses Snapchat durch seine Schnelllebigkeit perfekt in den virtuellen Rhythmus vieler junger Menschen ein. Und hat dann doch einen sehr erheblichen Vorteil (neben dem Schweinefilter, natürlich): Die Nachrichten werden nach maximal zweimaligem Anschauen gelöscht und verschwinden im Nirvana eines kalifornischen Servers. Heisst: Kein nächtliches Löschen von halbleeren Chipstüten, angeberischen ersten Sonnenstrahlen und einer besorgniserregend großen Anzahl an immer wieder gleich aussehenden Katzenbildern. Eigene Fotos abspeichern kann nur, wer mag. Oder die Gemeinde eines anderen Sozialen Netzwerkes mit Hundefotos belästigen muss. 

Das macht natürlich noch immer alles keinen Sinn. Aber Spaß. 

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