0 Warum mein Körper kein Diskussionsthema ist

"Aber es ist doch so, ihr Frauen lasst immer alles raushängen und beschwert euch dann, wenn wir nur das Eine wollen. Dabei wollt ihr es doch selbst so, weil ihr euch so freizügig zeigt." Ich ziehe meine Sonnenbrille hoch und schiele halb unauffällig, halb offenlegend, dass ich den Typen aus dessen Mund diese Frage gerade kam, für einen Idioten halte, auf das Badetuch rechts neben mir. Der junge Mann und seine weibliche Begleitung kommen gerade aus dem Wasser und scheinen die Zeit zum Trocknen für ein tiefgründiges Gespräch über Frauen zu nutzen. Leider höre ich ihre Antwort nicht mehr, denn mir fällt ein, dass ich meine Brüste heute besonders gut eincremen muss - schließlich hängt dank meinem neuen, superkrassen Badeanzug mit Ausschnitt bis zum Bauchnabel viel mehr davon raus, als sonst.

Trotzdem denke ich auch nach meinem Strandbadbesuch weiter über die glorreiche Feststellung des Strandbadkerls nach. Und spätestens abends, als ich die drölfmillionste Burkini-Berichterstattung für diese Woche in meinem Facebook-Feed erblicke, frage ich mich, wann Frauen zuletzt ohne jegliche Versuche der Fremdkontrolle existieren durften.

Beachwear 2016. Quelle: Instagram / elisafayemakes


Fuck your Heldenepos: Frag, bevor du jemanden "befreist"


Vielleicht kennt ihr die Gegenüberstellung von Fotos zweier Frauen, die das Phänomen, was ich meine, sehr gut aufgreift. Während das linke Foto eine Frau in einem Badeanzug zeigt, dessen Länge von einem Polizisten ausgemessen wird und etwa in den 50er Jahren datiert ist, ist auf dem rechten Bild die Dame zu sehen, die in der letzten Woche von vier Polizisten dazu gezwungen wurde, ihren Burkini am Strand von Nizza auszuziehen. Beide Fotos zeigen die Ausmaße gesetzlicher Reglementierung von Frauenkörpern, ausgeübt von männlichen Polizeibeamten oder Gendarmen. Was die betroffenen Frauen wollen, wird in beiden Fällen nicht gefragt. Dass Frauenkörper als Diskussionsthema zum Kollektivgut werden, über das irgendwie alle außer uns selbst entscheiden dürfen, scheint bis heute selten hinterfragt zu werden.

Zu beschäftigt sind alle damit, "unterdrückten, muslimischen Frauen" beim Erlangen ihrer Rechte behilflich zu sein. Zu besorgt sind sie um die jungen Frauen im Schwimmbad, die dermaßen freizügig herumlaufen, dass sie sich "nicht wundern" müssen, wenn irgendein Kackarsch sie sexuell belästigt.  Und irgendwie scheinen alle auch zu sehr in ihrem Heldenepos, in dem sie irgendeiner Frau wahlweise zu mehr Rechten, Ehre, Stil oder einfach nur Lebensweisheit verhelfen, gefangen zu sein, um zu merken, was für eine unnötige und paradoxe Scheisse sie da abziehen. Aber danke dafür, dass ihr uns erklärt, welchen Bikini wir mit welcher Figur tragen dürfen! Danke dafür, dass ihr euch immer so um unsere Körper sorgt und uns in die Diskussionen um diesen einbezieht! Danke, dass ihr nach unserer Meinung zu alledem fragt und versucht, uns, unsere Körper oder unseren Kleidungsstil durch Gesetze und Regeln zu kontrollieren. Danke, aber nein danke. Wir ziehen uns lieber so an, wie wir das wollen. Und: Fuck you.

Natürlich kann auch ich nur für mich selbst und all diejenigen sprechen, die sich mir in dieser Forderung anschließen möchten. Als Nicht-Muslima möchte ich es mir nicht anmaßen, über die Gründe und Ursachen für ihre Kleidungswahl zu diskutieren. In der öffentlichen Diskussion geht aber gerade diese Zurückhaltung jener, die keine Ahnung haben, verloren. (Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. #kennste?)
Auf einmal wissen alle, wie das damals mit dem Hijab bei dieser, jenen und sowieso allen muslimischen Frauen und überhaupt so war. Leute skandieren Befreiung, werfen wie Master of Disaster (more like Master of Colonialism) mit Ausrufezeichen und Großbuchstaben umher und merken dabei gar nicht, wie sie mit ihrer Diskussions- und Verbotskultur selbst in die Freiheit der Frauen eingreifen - für die sie zuvor doch so heldenhaft (auf Facebook und am Stammtisch) gekämpft hatten.

Stell dir mal vor, jede zieht an, was sie will


Also Leute: Bitte kümmert euch doch einfach mal um eure eigene Garderobe. Zieht euch selbst offenherzig oder zugeknöpft an (je nachdem, wie eure Meinung an dem Tag gerade ist - die meisten sind ja eher unentschlossen / ERNSTE FRAGE: Sind Titten nur ok, wenn ihr einen Nutzen davon habt oder sie Werbung für einen Mietwagen/ein Wekzeug/eine Bratwurst machen?), wenn ihr das doch so gut findet. Macht euch darüber Gedanken, ob ihr zuviel oder zuwenig oder gerade genug Arsch und Brüste für dieses Oberteil oder jene Hotpants habt. Und lasst uns und unsere Körper doch bitte einfach mal in Ruhe, verficktnocheins. Wir ziehen an, was wir möchten und wir werden das auch weiterhin so tun. Schließt Frauen in die Diskussionen über ihre Körper ein und macht sie nicht zu Objekten eurer Streit- und Machtgespräche. Und wenn ihr denkt, dass ihr uns durch beschissene Verbote, Kontrollen, Hatespeech oder Anne-Will-Talkshows weiterhin manipulieren und einschränken könnt, dann stelle ich mich hiermit mit Kraft, Solidarität und Geld neben all jene Frauen, die ihr damit trefft.

Dem Typen aus dem Strandbad würde ich übrigens nach wie vor nicht antworten. Einfach, weil ich mich nicht in irgendwelche fremden Gespräche hineinschmeisse. Aber in meiner Imagination sage ich zu ihm: "Hey, du. Ja, du. Ich zeige meine Brüste und meinen Arsch nicht, damit irgendein Lauch wie du ein Kribbeln im Penis bekommt. Ich zeige sie überhaupt nicht wegen irgendeines Mannes. Ich zeige sie, weil ich das will. Und weil ich mich schön finde. Und weil mein Badeanzug superkrass ist. #Slay und #Fuckyou"


dehnungsstreifen bikini schwimmbad not asking for it
Beachwear, forever and always: SLAY. 


0 Problemhaut Ü20: Hautpflege für jugendliche Erwachsene

Als es bei mir im zarten Alter von zwölf Jahren anfing mit den Hautproblemen, war ich mir a) ziemlich sicher, dass meine Pubertät mit 18 vorbei sei und b) diese die Hautprobleme gleich mitnehmen würde. Dass Hormone auch mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres durchaus existieren und auch Erwachsene mehr oder weniger unter Pickeln und einer fettigen T-Zone leiden, hat mir in meiner jugendlichen Euphorie natürlich niemand gesagt. Schon gar nicht die makellosen Werbfrauen Mitte 20, die einen aus dem Fernseher anschmachten. Und auch nicht die zahllosen Frauen- und Mädchenmagazine, die sich zwar mal mit einem kleinen Pickel vor einem wichtigen Date, nicht aber mit dauerhaften Püstelchen in Gesicht, Dekolleté und auf dem Rücken auseinandersetzten - war wohl dann doch nicht so sexuell. 

Zwischen zahlreichen Auf und Abs meines Hautbildes (wortwörtlich!) hatte ich zudem immer das Gefühl, unter einem Haufen babyhäutiger Mädchen die Einzige mit unebenem Gesicht zu sein. Und dann war da noch dieser eine Typ in meiner Klasse, der es ganz lustig fand, mir mit dem Kosenamen Streuselgesicht seine eigene Dummheit mitzuteilen. Kurzum: Ich habe den Pickeln früh den Kampf angesagt und mit allen Waffen dagegen angekämpft - bis heute.


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Reinigung. links: Reinigungsschaum von Rival de Loop rechts: Reinigungsöl von Balea


Teuer oder günstig - Welche Hautprodukte killen Pickel effektiv?


Kennt ihr das, wenn euer eigener Körper der Feind ist, den ihr mit allen Mitteln bekriegen müsst? Bei meinen Hautproblemen war das so. Aus heutiger Sicht total übertrieben. Damals legitim - warum auch immer. Jedenfalls quetschte, pflegte und überschminkte ich jahrelang, was Apotheken und Drogeriemärkte hergaben und machte so vieles schlimmer, als es ohne Zutun meiner Quetschepatschewurstfinger gewesen wäre. Und wie das mit unreiner Haut so ist, weiß keiner wirklich etwas über unreine Haut. 


Du hast da ein bisschen Akne, sagte mein Hausarzt. So schlimm ist es doch gar nicht, sagten meine Eltern. Hör auf, Schokolade zu fressen, schrieb die BRAVO. Nimm die Pille, sagte meine Frauenärztin. Das ist keine Akne, hier hast du eine Creme, sagte die Hautärztin. Und das hier ist unser neuestes Produkt, hier hast du eine Creme, sagte die Drogerieverkäuferin. 

Auf die Frage, ob teure oder günstige Produkte die besseren sind, kann ich demnach nach ausreichender Erfahrung sagen: Beide gleich scheisse. Und wenn man euch die Pille wegen eurer Haut andreht, ebenfalls: Scheisse. Generell kann eine medikamentöse Behandlung - und damit meine ich nicht die Antibabybille, sondern akne-related Stuff - hilfreich sein, in meinem Fall fand aber sogar mein junges Ich das übertrieben und hatte irgendwann lieber Pickel als Pellhaut on fire. Und die Lösung mit der Schokolade? Been there, done that. Ein Leben ohne Schokolade macht die Haut nicht rein und mein Gemüt schon mal gar nicht.

Die Lösung ist die Lösung: Reizstoffe sind bäh


Ob ich es nun mit dem zunehmenden Alter (still not 25 though), mehr Selbstliebe oder der richtigen Produktreihe zu tun hat, dass ich zum ersten Mal seit Jahren ohne Abdeckstift im Gesicht zum Supermarkt laufe, weiss ich auch nicht. Tatsächlich verfolge ich seit einigen Monaten eine neue Philosophie in Sachen Hautpflege und finde diese zumindest so krass, dass ich ein paar Bloggerklischees erfülle und meine Hautpflege-Routine mehr oder weniger ins Internet hinausschreie. 

Und das geht so: Meine Chefin und Freundin Yanah erzählte mir von Reizstoffen, schlechten Inhaltsstoffen und Alkohol, der die Haut austrocknet und besonders meine Haut verschlechtert (ironischerweise ist Alkohol Hauptbestandteil vieler Anti-Pickel-Produkte) und legte mir Incipedia, Paula's Choice und Fruchtsäurepeelings gleichermaßen ans Herz. Gar nicht mal so einfach, gute und erschwingliche Produkte mit ordentlichen Inhaltsstoffen zu finden. Als Bonus achte ich außerdem darauf, dass meine neuen Pflegeprodukte tierversuchsfrei sind. Paula's Choice ist da schon eine ziemlich gute Sache. 

Ich änderte also meine Hautpflegereihe und wartete - wie schon mehrmals zuvor - auf das Eintreten dieses Wunders, das mir die Babyhaut meiner damaligen Mitschülerinnen bescheren sollte (die zu dem Zeitpunkt vielleicht einfach wortwörtlich noch Babyhaut hatten?!). Was soll ich sagen? Komplette Wunder wie in der Werbung wird es wohl einfach nicht geben - manche Leute haben eben andere Haut als andere und neue Brüste und Ärsche fallen auch nicht einfach vom Himmel. Aber, aber: Diese Fruchtsäurepeelings sind in Kombination mit der passenden reizstoffarmen Pflege und einem angemessenen Sonnenschutz (mindestens LSF 15) eine echt gute Sache, die ich fellow Haut-Bekämpferinnen wirklich und ganz beautybloggermäßig empfehlen würde. Meine Haut hat sich merklich verbessert und beruhigt, sodass dieses ganze Durch-Die-Produktserien-Gehopse auch endlich ein Ende hat. Jetzt bin ich halt die, die vor wichtigen Terminen und Prüfungen einen großen Pickel irgendwo hat - aber das ist schon ganz ok. 

Mehr Infos über meine aktuellen Hautpflegeprodukte findet ihr in den Bildunterschriften. Liebe und stop quetsching!


reizfreie Nachtpflege bei unreiner Haut ab 20 BHA Paulas Choice Balea MED tierversuchsfrei
Nachtpflege für NACH der Reinigung (erst das BHA, dann die Creme). links: Feuchtigkeitscreme von Balea MED rechts: chemisches Peeling 2% BHA von Paula's Choice

reizfreie Tagespflege bei unreiner Haut ab 20 Paulas Choice Balea MED tierversuchsfrei
Tagsüber unbedingt Sonnenschutz tragen (Reinigung morgens mit Schaum oder kaltem Wasser) - abwechselnd je nach Wetterlage: links: Feuchtigkeitscreme mit LSF 30 von Paula's Choice rechts: Tagescreme mit LSF 15 von Balea MED



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