0 Sneaker Trends 2016 - Für jeden Freak ein Sneak

Es ist lange her, seit ich zum letzten Mal öffentlich Turnschuhe gepredigt habe. Und eigentlich hat sich meine ehemals ausgeprägte Liebe zu schicken Sneakers mittlerweile vielmehr in ein liebevoll missachtetes, aber nicht vergessenes Hobby für auserwählte Tage verwandelt. Solche, an denen es regnet und das Internet nicht funktioniert und alle Bücher auf dem To-Read-Haufen gelesen sind und auch die Katze lieber in Ruhe ihrem Katzenschlaf nachgeht. Dann streife ich durch den Flur, halte vor unserem bescheidenen Schuhregal inne (ich habe unserem gesagt und ja - genau dieses Pronomen ist bezeichnend für seine Einfachheit) und sinniere darüber, wie schön ich meine winzige Turnschuhsammlung finde und wieviel Freude ich noch immer an ihren Mitgliedern habe. Vor allem jetzt im Frühling, mit hochgekrempelten Hosen und so. 

Eine fellow Bloggerin schrieb mir mal: Knöchel sind das neue Dekolleté. Damit benannte sie treffend meine modische Philosophie und ich finde, nach diesem Prinzip kann man Sneakers durchaus und in logischer Konsequenz auch als die neuen Diamantketten betrachten. Sneakers sind demnach wichtig - und zwar nicht nur, weil sie irgendwie und mehr schlecht als recht unsere Füße verkleiden, sondern weil sie außerhalb ihrer Nützlichkeit auch einfach mal nur schön sein können. Und teuer. Aber immerhin wichtig genug, um zumindest den aktuellen Sneaker Trends einen kurzen und bunten Moment der virtuellen Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen. Sneak-Freaks, dies das, du weißt.

Die Sneaker Trends der Saison: Wo einfach einfach zu einfach ist

1. Metallic


Wenn ihr wie die Edelstahltöpfe aus eurem WG-Küchenschrank aussehen wollt, nur in schön, dann sind Sneakers im Metallic-Look (*in freundlicher Zusammenarbeit mit P&C) genau das Richtige für euch. Die Turnschuhe im C3PO-Stil kommen in unterschiedlichen Maßen an Metallic daher und eignen sich natürlich für die klassische Boring Black Outfit con fancy Schuh Kombination (das war übrigens Ausländisch). Dafür - und nicht etwa wegen ihres Komforts, wie alle immer zu sagen pflegen - lieben wir Sneakers schließlich. Und das ist auch gut so. Metallisch schimmernde Sneakers erscheinen in modischer Wildbahn vor allem klassisch in Gold-, Silber- und Roségoldtönen (wie die MK-Uhr deiner Mudder), seltener aber auch in Lila, Dunkelblau oder anderen Farben. Wer nicht unbedingt auf plakativ blecherne Statements steht, dem empfehle ich, als die heutige Stilberaterin, dezentere Schuhe mit kupferfarbener Vorderkuppe.

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Bronx Sneaker in Metallic-Optik, Foto: Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf (*)

2. Weg von den "Klassikern" - neue Labels ausprobieren: Afroshoes


Nike, Adidas, Reebok, Puma - Das Bassin um die führenden Mainstream Turnschuh-Label ist nicht besonders groß, aber immerhin groß genug, um Platz für einige weitere Kandidaten im sportlich-modischen Wettrennen an ihre Seite zu lassen. Warum immer in dieselben Marken investieren? Warum nicht auch kleinere Labels unterstützen?
Die Nyala Sneaker Collection zum Beispiel. Die Kollektion rund um den Afrosneaker ist das neueste Projekt von Afroshoes und bringt demnächst qualitativ hochwertige, äthiopische Unisex-Turnschuhe unter die modischen Menschen. Voraussetzung: Erfolg bei Ende der Kickstarter-Kampagne

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Afrosneaker Ardi, Giza, Mbingu (von links im Uhrzeigersinn), Foto: Sarah Waiswa für Afroshoes

3. Glitzer: Es glitzert, ich will es haben.


Möglicherweise kein international anerkannter Turnschuh Trend, dafür aber 100 Prozent persönlicher Geschmack und deshalb mindestens genauso wichtig und in Großbuchstaben geschrieben wie die Meinung der VOGUE: GLITZERSCHUHE. Lasst euch nicht erzählen, dass ihr mit etwas Feenstaub an den Füßen overdressed seid. Ihr könnt immer Glitzer tragen. In (fast) allen Farben. Und als krasse Chicks mit Glitzerkicks auch immer und überall overdressed erscheinen. S.L.A.Y.

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Champion Tripple Glitter Sneakers von Keds, Foto: Keds.com

4. Classics 2.0: Turnschuh Rot-Weiß


Rot ist das neue Weiß - wenn es um Schuhe geht und für meinen Geschmack auch, wenn man mir Pommes serviert. Galten weiße Sneakers lange als der Allrounder schlechthin, werden rote Turnschuhe in der Welt der stilsicheren Sneakerfreaker gerade als Klassiker der Zukunft gehandelt. Und auch hier stimme ich in den Liebesgesang ein: Wer ein Herz für rote Lippen hat, schubst auch die roten Treter nicht von der Schuhschrankkante. Ich hab ein knallroten Turnschuh am Fuß (#gesungenklingtesbesseralsgelesen)!

Auf welchem Schuh erwischt man euch diesen Sommer so? Schreibt mir eure persönlichen Turnschuh-Trends in die Kommentare! Bitte, danke. 

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NIKE Lunar Force 1Hi, Foto: Snipes.com




1 Der Internet-Guide für absolute Beginner.

Bild via Memes Vault

Das Internet ist nun fast so alt wie ich und eigentlich, so müsste man meinen, hat die gute, alte Datenschleuder mittlerweile genügend Zeit in unseren Leben verbracht, dass wir uns alle mehr oder weniger ihrer Vorteile und Risiken bewusst sein sollten. Besonders in Zeiten des Web 2.0, in der jeder Hanz und Franz mit Meinungen, Fotos und Kommentaren zur Konstruktion eines demokratischen Netzwerks beiträgt, wäre ein verantwortungsvoller Umgang - vor allem in den Sozialen Medien - empfehlenswert - und dabei denke ich nicht nur an mich, die den geistigen Dünnschiss ertragen muss, sondern auch an die Sicherheit und berufliche Zukunft einiger Schön-Wetter-Surfer. Dass bei 4,75 Milliarden veröffentlichten Facebook-Inhalten täglich auch der ein oder andere Blindgänger dabei ist, lässt sich selbst mit einem gut geordneten Internet-Guide kaum verhindern. Und trotzdem: Wir schreiben das Jahr 2016, ich schreibe spätabends virtuell Dinge, die anschließend über Jahre hinweg von tausenden Menschen gelesen werden können, und einige Arbeitgeber sollten wirklich mal darüber nachdenken, mehr Geld in eine vernünftige Internetschulung ihrer Mitarbeiter zu investieren, statt in motorisierte Eingangstüren (no offense).  

Tatsächlich ist das World Wide Web alles andere als ein rechtsfreier, frei schwebender und imaginärer Raum und kann euch auch im real Life auch durchaus mal in echte Schwierigkeiten bringen. Die Debilität mancher Posts und Kommentare lässt sich dabei generell anhand des Backlashs messen, den ihr dafür kassiert: Wenn man euch blockiert, seid ihr einfach nur ein Opfer. Wenn man euren Scheiss screenshottet und an die richtige (oder falsche) Person weiterleitet, seid ihr im Ernstfall euren Job, eure Einrichtung oder euren Partner los. Und ein Opfer noch dazu. 
Wie man sich im Internet benimmt, oder auch nicht, und welche Aktionen euch mehr als einen erhobenen Zeigefinger von Mutti einfahren, soll an dieser Stelle ein kleiner Leitfaden für absolute Beginner veranschaulichen. Mit Liebe und so. 

How to Internet - der seriöse Internet-Guide 


1. Keinen Scheiss unter deinem Klarnamen posten!


Beleidigungen, destruktive Kritik, exzessives (und ungefragtes) zur Schau stellen von Meinungen - nie war Pöbeln einfacher als im Internet. Natürlich laufe auch ich im echten Leben nicht durch die Bahn und rufe laut Nazis raus! und Ihr Opfer! Grundsätzlich sollte man sich aber der Tatsache bewusst sein, dass sich Namen, Arbeitsstellen und erschreckend viele andere private Angaben googeln und mit Kommentaren in Sozialen Netzwerken verbinden lassen. Noch einfacher ist die Rückverfolgung idiotischer Schreiberlinge aber bei Facebook - vor allem dann, wenn die Kommentierenden Arbeitgeber, Familienangehörige und Bildungsstätten bereitwillig in ihrem Profil verlinken. Kündigungen, Geld- und Bewährungsstrafen (und eventuell auch die ein oder andere Trennung) sind dann die wirklich unerfreulichen Folgen - und möglicherweise eine sehr harte Motivation, drei Mal darüber nachzudenken, welchem Völkermörder man unter dem Beitrag einer Nachrichtenredaktion huldigt. 
Schreibt keinen Mist im Internet, wenn ihr den Scheiss mit eurem Vor- und Nachnamen unterschreibt. Oder: Schreibt keinen Mist im Internet. 

2. Private Informationen: Weniger ist mehr


Ergänzend zum ersten Vorschlag, rassistische, beleidigende oder andere rechtlich delikate Inhalte am besten erst gar nicht ins weite Netz hinauszuschicken, verhält sich auch Punkt Zwei des lieblichen Internet-Guides für Anfänger. Je weniger private Informationen von euch im Netz zu finden sind, desto geschützter seid ihr. Vor Idioten, vor Einbrechern oder allgemein vor besonders neugierigen Menschen. Natürlich ist es heutzutage total normal, aufregende Schnappschüsse und Kurzfilme von (Wasser)Geburten, Autoschlüsseln und Jet-Set-Ausflügen mit einem Haufen fremder Menschen zu teilen und die wenigsten stellen sich Fragen, wenn Amazon ihnen eine Mail mit den preisgünstigsten Smoothie-Mixern zukommen lässt, nachdem sie vor sechs Tagen die Smoothie-Schüssel der Freundin einer Bekannten ihrer Arbeitskollegen auf Instagram geliked haben. Trotzdem müssen nicht unbedingt alle darüber Bescheid wissen, dass ihr am Wochenende Fuffies durch den Club werft und jungen Frauen beim Twerken zuseht. Es sei denn, ihr wollt das. Dann macht das so. 

Welche Informationen beispielsweise euer Facebook-Account über euch preisgibt, könnt ihr anhand des gruseligen, virtuellen Gadgets Take this Lollipop testen. 

take this lollipop internet-guide sicherheit im internet
In den Neunzigern, unsere Eltern zu uns: Wenn dir Fremde Bonbons geben, nimm sie nicht an! 
Heute, wir zu unseren Eltern: Wenn dir Fremde Links schicken, klick sie nicht an! 

3. Privatsphäre-Einstellungen checken


Facebook ist offensichtlich böse und Mark Zuckerberg klaut gerne Informationen über eure Lieblingseissorte von vor zehn Jahren. Leider sieht es mittlerweile so aus, dass dieser freundlich aussehende Kerl mit dem grauen Shirt in ziemlich vielen Sozialen Netzwerken mitmischt. Es wäre natürlich vorbildlich, wenn ihr eure Laptops und Smartphones aus dem Fenster werfen und eure Zeit im Internet auf ein Minimum reduzieren würdet. Weil ihr dann aber auf die Schnelle niemanden habt, der seine Spanischaufgaben mit euch teilt und zum sozialen Ärger die Geburtstage des Großteils eurer Freunde vergessen würdet, scheint diese Option, vor allem für uns Digital Natives, fast unvorstellbar. 
Zum Glück gibt es in jedem Sozialen Medium Privatsphäre-Einstellungen, mit denen ihr etwas an eurer digitalen Sicherheit herumschrauben könnt. So könnt ihr etwa bestimmen, ob die Arbeitskollegen eures Vaters euch bei Facebook adden können, ob die kleinen Geschwister von den Alkoholexzessen in eurer Chronik erfahren und ob und wie oft WhatsApp die Beweise interfamiliären Gossips in seinem Chat-Backup speichert. 

Ihr werdet es nicht glauben, aber es gibt eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz. Wieso schreibe ich dann eigentlich zusätzliche Artikel darüber? Weil ich lustiger bin. Egal. Schaut euch das an. 

4. Wer liest mit?, oder: Wie finde ich das, wenn Männer Ü50 meine aktuelle Bettwäsche kennen?


Zu guter Letzt und nachdem ihr wirklich lange über euren Nutzernamen, eure Postings und eure Privatsphäre-Einstellungen sinniert habt, möchte ich euch ein offenes Geheimnis des Internets verraten: Es lesen nicht nur junge Frauen mit ähnlichen Interessen und Werdegängen die Artikel, in denen ihr das Leben mit eurer Katze beschreibt. 
Manchmal stoßen Menschen mit einem ausgeprägten Glatzen-Fetisch auf eure Blogs oder Profile, nachdem sie geile Frauen mit Glatze durch die Suchmaschine gejagt haben. Und manchmal diskutieren ganze Büroabteilungen darüber, ob euer Freund denn nun irgendwie einem anderen Glauben nachgeht, weil er unverschämterweise einen längeren Bart trägt, als die Diskutierenden selbst (Spoiler: Er findet lange Bärte einfach schön.). Wenn es ganz blöd läuft, stolpert ihr im echten Leben auch mal über eine sehr einfallslose Person, die sich ein Bild eures Oberschenkeltattoos vom Blog gezogen hat und nun mit demselben Motiv auf der Wade durch die Welt läuft. Und das sind noch die Fälle, über die man irgendwie und irgendwann bei einem sommerlichen Glas Sekt lachen kann. 

Wenn ihr im Internet unterwegs seid - und sei euer Security-Game noch so krass - beobachten euch meist mehr Menschen, als ihr denkt. Manche haben kein Problem damit, wenn Männer Ü50 wissen, in welcher Bettwäsche sie sich gerade wälzen. Andere schon. Generell solltet ihr euch daher vor jeder Veröffentlichung einen ganz schrecklichen Anti-Menschen vorstellen - Geschlecht, Alter und Körpermaße egal (wir wollen schließlich niemanden diskriminieren - nicht mal weiße Männer Ü50!) - und kurz darüber nachdenken, wie ihr das finden würdet, wenn er euren Beitrag mitlesen/sehen/kommentieren könnte. Seid ihr cool damit, ab die Post. Kriegt ihr bei dem Gedanken Gänsehaut und Unwohlsein in der Magengegend, verzichtet auf die Veröffentlichung, druckt das Foto aus und klebt es in euer Tagebuch, um euch trotzdem daran zu erfreuen. 

Kurzum: Stay safe. Think before posting. Don't be a dick. 
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