5 Typen, die du in jeder Berliner U-Bahn triffst

Wenn man zahlreichen Blogposts, Touristen-Anekdoten und Magazin-Beiträgen glaubt, ist Berlin wohl die hippste, schrillste und tollste Stadt überhaupt. Das kann ich - wenn auch nicht in vollstem Maße - bezeugen. Schrill? Ausgefallen? Crääizy? Immer her mit den bunten Vögeln. In Berlin ist Platz für alle, die sonst keiner haben will. Vor allem in der hauptstädtischen U-Bahn.
Hier vermischt sich der Pöbel mit der Elite, hier stolpert der Snob über den Penner, hier bist du live dabei, wenn Prollo auf Öko trifft. Ein Fresko der Freaks.


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5 Typen, die du in der Berliner U-Bahn triffst:

Eigentlich beobachten wir sie ja ganz gerne, die komischen Menschen aus der Bahn. Mein Handy ist voll von Cindys from Marzahn, Familienvätern in Lederleggings und Giselles in Primark-Montur, die meine humorvollen Mitmenschen mir tagtäglich in geheimer Mission schicken. Neben den markanten Metro-Persönlichkeiten fallen die üblichen Verdächtigen, denen ich an dieser Stelle auch mal etwas Aufmerksamkeit schenken möchte, vergleichsweise wenig auf. 
Trotzdem soll auch ihnen eine Plattform außerhalb der Bahnsteige dieser Welt geboten werden. Schließlich gibt es sie in jedem Bahn-Wagon: Die 5 Typen, die du in jeder Berliner U-Bahn triffst.

U-Bahn Typ 1: Deine Veggie-Mudder

Die Veggie-Mudder schiebt ihren Fairtrade-Kinderwagen vorzugsweise durch die Prenzlauer-Berg-Ubahnhöfe dieser City. Hier gibt's die Latte mit Soja, die Wurst ohne Tier und das Kind ohne Wutanfälle. Weil die Welt genau so friedlich ist, wie die Veggie-Muddi es in Rainer Langhans' vorvorletztem, weisen Buch gelesen hat.
Die Veggie-Muddi kommt übrigens auch ohne Kind daher: Dann ist sie einfach Veggie. Und nimmt dir  in der U-Bahn deinen heiß erkämpften Sitzplatz weg. Weil sie noch Stulpen für den nächsten Baum stricken muss und dafür unbedingt sitzen muss. Ist ja klar.

U-Bahn Typ 2: Saftbefehl und seine Gang

Die Safti-Gang breitet sich im gesamten Stadtrevier aus - sehr zu Unfreuden aller weiblicher U-Bahn Fahrer. Saftbefehl und seine Brudis sind nämlich mindestens so männlich, wie ihre fortgeschrittene Gesichtsbehaarung vermuten lässt und lassen dies bei jeder Gelegenheit raushängen. 
"Vallah, wo wohnst du Schönheit, dies das, du weißt." 
Saftbefehl hat aber auch seine guten Seiten: Er klaut dir keinen Sitzplatz, denn ein echter Gangster steht auch im Untergrund. Und er rappt dir bei Bedarf etwas von seinem Lieblingsrapper vor. 



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U-Bahn Typ 3: Unterirdische Musik, oder Hit the road, Jack.

Wer in Berlin U-Bahn fährt, kommt öfters mal in den Genuss einer grottigen Gratis-Gesangseinlage. Die unterirdischen Auftritte der Sinti und Roma sind dabei nicht minder schlecht einstudiert als manch teures Konzert, das ich in meiner Laufbahn besucht habe. Und mit "Hit the road, Jack" findest du eigentlich immer eine rheinländische Omma, die sich eine Runde von dem simulierenden Saxophon-Spieler (ver)schaukeln lässt. So ist es definitiv eine Win-Win-Situation, wenn Menschen andere Menschen im Berufsverkehr mit amerikanischen Klassikern verwöhnen. 

U-Bahn Typ 4: Papier-Tüten aus Bangladesch.

Seit vor einigen Jahren die erste Primark-Kette in Berlin eröffnet hat, kann ich den Laden mühelos ohne Navi und Fahrinfo ausfindig machen. Ich kenne nicht mal die U-Bahn-Linie, die zu den heiligen Plastik-Hallen führt. Man muss nur den kackbraunen Papiertüten, den Mini-Ärschen in Batman-Logo Leggings und den glitzernden Zahnspangen der kichernden Girlies folgen, um auf den richtigen Zug zu springen. Primark-Anhängerinnen benötigen übrigens einen ganzen Wagen, weil sie immer in Gruppen reisen und die Billig-Ausbeute selbstverständlich einen eigenen Sitzplatz braucht. Klamotten haben schließlich auch Rechte.

U-Bahn Typ 5: Der hipsterige Tourist

Als selbsternannte Berlinerin muss ich mal was klarstellen: Die schlimmsten Hipster befinden sich gar nicht in unseren Reihen. Im Gegenteil. Das heilige Hipstertum ist eines der besten Indizien für ein sehr tief sitzendes Touristentum. Die Hipster von außerhalb besuchen Berlin nämlich in der Hoffnung, auf ihresgleichen zu treffen und in den Hipster-Vierteln Friedrichshain-Kreuzberg eine phänomenale Yolo-Swag-Party zu feiern. Demnach trifft man sie auch vorwiegend in dieser funky Gegend an. Falls ihr es immer noch nicht wisst: Hipster erkennt man an den überkreuzten Beinen, den hochgekrempelten Hosen, den Hornbrillen, den melancholischen Mänteln, den neongrellen Sneakers, den geometrischen Tattoos, den Jutebeuteln, den Vollbärten, den Beanies........



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Kommentare:

  1. Ich liebe deine schreibweise einfach! Hahahaha du hast so recht. War noch nie in berlin aber die findet man überall

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  2. Haha meine beste freundin und ich können uns vor lachen kaum erholen :)

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  3. hihi beim ersten Satz hab ich mich direkt angesprochen gefühlt, denn als ich im Februar das erste Mal in Berlin war, habe ich danach so einen Post geschrieben und du hast es mir schon damals geschrieben :D
    und ich kann dir zustimmen auch ich habe diese Typen in Berlin getroffen!
    leider muss ich sagen, dass es seit einigen Wochen die primarkverrückten Weiber leider hier jetzt auch gibt.. wahrscheinlich hast du ja mitbekommen, dass es in Köln nun einen Primark gibt und ich wohn eben ganz in der Nähe UND ich war noch nicht drin ;-)
    LG Katrin

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  4. Ich merks schon ... wenn ich die Beiträge von dir und Fräulein Piccola so verfolge ... ich bin einfach zu abgeschottet von der Außenwelt ... oder wohn einfach in zu normalen Gegenden. Ich sitz halt tagtäglich in meim süßen kleinen Auto und gurk da ganz allein durch die Gegend. Und mit Studenten kenn ich mich auch nicht aus. Und auch die 5 derbsten Anmachsprüche kann ich nicht beurteilen, weil das bei uns in 20 Jahren einmal vorkommt :-D Aber ich finds jedes mal wieder belustigend eure Beiträge zu verfolgen und liebe liebe liebe sie! Also begeb ich mich mal in eine etwas ungewohnte Welt mit dir und den U-Bahn-Menschen :-)
    Zu Nummer 1 fällt mir jetzt echt nichts mehr ein :-D Solche Menschen sind mir unheimlich! Während ich Nummer 2 einfach nur ekelhaft find. Nummer 3 gibts bei uns nur in Form betrunkener JGA-Gruppen. Da bin ich glatt froh, dass ich im Auto meine eigene Musik bestimmen kann. Sicher auch mal ganz nett aber wenn man das öfter hat vergeht einem glaub der Humor?!
    Gruppe Nummer 4 fand ich sehr belustigend! Hat großen Spaß gemacht die Zeilen zu lesen und musst grad bei einem Zitronenwasser auf dem Balkon herzlich lachen. Bei Hipstern kann ich allerdings mitreden. Die gibts bei uns wie Sand am Meer. Unglaublich wie schnell die sich ausgebreitet haben. Sei froh dass die bei euch nur Tourist sind. Bei uns wohnen die :-D :-D
    Toller Post Liebes! Und die Grafiken find ich besonders geil! Sehr gelungen! Ich wünsch dir ne wundervolle Woche :-*

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  5. "Vallah, wo wohnst du Schönheit, dies das, du weißt." Ich glaube das ist der schönste Anmachspruch, den ich je gelesen habe.

    Dein Blog ist thematisch meinem gar nicht so unähnlich, weshalb ich ihn selbstverliebterweise gleich abonniert habe. Gefällt bisher gut.
    Die jeweiligen U-Bahn-Typen kann man ja gleich nach U-Bahnlinie ordnen. U2, U8,U9

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Ich bedanke mich für euer Feedback und freue mich sehr herzlich über allerlei Nettigkeiten und Kritiken. Wer beleidigt, ist doof, und wer "Gegenseitiges Verfolgen" Anfragen verschickt auch ein bisschen.

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