Nur noch kurz die Welt retten: 5 umweltfreundliche Alternativen und Produkte

Nur noch kurz die Welt retten - wo, wenn nicht in der Blogwelt, könnte ich mir eine derart plakative Bewerbung für nachhaltige Produkte und Alternativen erlauben? Deshalb, Spoilerwarnung: Die Welt könnt ihr mit Menstruationstassen und Co. wahrscheinlich nicht integral retten - aber ihr könnt immerhin ein bisschen zu ihrer Schonung beitragen. Weil wir den diesjährigen Earth Overshoot Day, also das Ende der erneuerbaren natürlichen Ressourcen weltweit, 2016 schon am 5. August erreichen werden und TTIP, Bienensterben und Palmöl dem modernen Erwachsenen von heute auf jeden Fall ein Begriff sein sollten, gibt es heute eine kleine Einführung in Sachen nachhaltiges Einkaufen. Und einen Produktguide mit 5 umweltfreundlicheren Alternativen für die alltäglichen Dinge, mit denen Menschen in der Blogosphäre so um sich werfen: Klamotten, Kosmetik und andere Konsumgüter mit K. 

5 umweltfreundliche Alternativen zu Tampons und Würsten

Aber zurück zur Ursprungsfrage: Warum sollte ich etwas für die Umwelt tun, wenn ich sie doch a) nicht retten kann und b) der Nachbar der Tante meiner Bekannten seinen Müll trotzdem nicht trennt? 
Ich halte an dieser Stelle gerne das Charakter-Schildchen hoch und stelle die berühmte elterliche Gegenfrage mit der Brücke: Wenn der Nachbar der Tante deiner Bekannten von der Brücke springt, machst du es dann auch? Und ist ein bisschen Nachhaltigkeit (und Förderung deiner eigenen Gesundheit, Stichwort Menstruationstasse) nicht besser als die komplette Ignoranz von umweltbezogenen Themen? Und warum interessiert dich nur das Fleckchen Erde, auf dem du gerade mit deinen Füßen stehst? Und überhaupt: Was ist das denn bitte für eine blöde Frage, du Opfer?

Menstruationstassen


In der Hoffnung, dass alle, inklusive der Ü50-Leser, dies lesen: I ♥ Menstruationstassen. Dass ihr hier noch nichts über meine Rubycup gelesen habt, liegt daran, dass ich mich bisher nicht getraut habe, dieses wunderbare Ding im Internet zu lobpreisen. Menstruationstassen sind nämlich Gewinner auf allen Ebenen und schonen die Umwelt, euren Geldbeutel und eure Scheidenflora (sie hat Scheide gesagt, hihi.). Anders als bei Tampons und Binden verursacht so ein Menstruationsbecher nämlich kaum bis gar kein Müll, lässt sich über Jahre hinweg wiederverwenden und pumpt keine Chemikalien in euer Genital. Wuhu! 
Die Rubycup, die ich euch an dieser Stelle ganz besonders ans Herz und in den Schritt legen möchte, kommt in einem kleinen Aufbewahrungsbeutelchen aus Stoff daher. Für jede gekaufte Cup wird ein Becher an eine Frau in Kenia gespendet. Eine Menstruationstasse erspart der Umwelt nach Rechnungen der Rubycup-Website etwa 12.000 Tampons und euch durch ihre Langlebigkeit fast 1100 Euro, die ihr sonst (samt Steuern!!) für Binden und Tampons ausgegeben hättet.

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Fleischersatzprodukte


Wie Fleischkonsum die Umwelt belastet, hat Peta in einem sehr ausführlichen Artikel bereits 2013 beschrieben. Geht man davon aus, dass ein Großteil der Fleischersatzprodukte, die gerade so trendy bei Instagram beworben werden, auf Basis von Hühnereiweiß hergestellt, in allerhand Plastik verpackt und von 'fleischwirtschaftlichen' Firmen vertrieben werden, kann ihr Platz in der nachhaltigen Liste sicherlich diskutiert werden. Echte Vegetarier essen sowas nicht!, schrieb letztens schon eine wütende Veganerin auf dem Foodsie-Account meines Vertrauens. Trotzdem, unabhängig vom ethischen Aspekt und vor allem vor einer allgemeinen Verteufelung der Fleischersatzproduktreihe bleibt auch hier zu sagen: Dass aktuell überhaupt so viele Ersatzprodukte angeboten werden und sogar Fleischereibetriebe eine Notwendigkeit in der Bereitstellung solcher sehen, ist ein großer Schritt Richtung Umdenken. Und Umdenken finde ich gut. Viele der Fleischersatzprodukte übrigens auch.

Glasflaschen und Leitungswasser


In meiner Uni trinken alle aus scheinbar hippen, aber sehr hässlichen bpa-freien Plastikflaschen. Das mag für den Hormonhaushalt bekömmlicher sein, ist aber letztendlich trotzdem eine Plastikflasche - und Plastik gilt es hier schließlich zu vermeiden, nicht wahr? Zum Glück gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an liebevoll verschönerten Glasflaschen, die sich ebenso hipp durch die Uni und sogar durch die dazugehörige Bibliothek tragen lassen (ganz legal mit Wasser und so) und der Umwelt weniger Schaden zufügen. Der Freund hat zum Beispiel eine Soulbottle mit seinem eigenen Antlitz drauf - jedenfalls ist da so ein bärtiger Typ auf der Flasche und es war ein Geschenk, also werde ich ihm das ja wohl so verkaufen dürfen. Und falls es trotzdem mal ein fancyeres Getränk als Wasser sein soll, schmeißt ihr halt Jamie-Oliver-Style ein paar Zitronen und Minzblätter rein. Oder trinkt fritz-kola. So.

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Stoffbeutel statt Plastiktüte


Ab dem 1. Juli sollen Plastiktüten in vielen deutschen Geschäften Geld kosten - bis 2025 will die EU den Plastiktütenverbrauch pro Kopf von 71 auf 40 im Jahr reduzieren. Eine gute Sache, auch wenn das den Nachbarn der Tante eurer Bekannten, den wir ja bereits oben kennenlernen durften, ziemlich sicher nicht erfreuen wird: Immer diese Lügenregierungen und ihre Vorschriften!!!1elf
Eine einfache und unaufregende Alternative zu Plastiktüten bieten jedenfalls Stoffbeutel. Jeder von euch, der schon mal die Fashion Week besucht hat, müsste davon noch einen Stapel im Keller liegen haben. Und auch sonst dürfte es mittlerweile fast einfacher sein, an so einen hippen Jutebeutel zu kommen, als an eine Plastiktüte. Für Obst und Gemüse, das abgewogen werden muss, habe ich mir derweil im guten, alten Kleiderkreisel-Forum still und heimlich Tipps geholt: dort nähte eine kluge Kreislerin kleine Beutelchen aus Tüll oder Organza, und trägt damit fortan ihre Trauben und Kiwis aus dem Supermarkt. K-L-U-G, sag ich doch.

Feste Seifen, Shampoos etc.


Es ist ja nicht so, dass ich mich auch ohne Umweltliebe stundenlang bei Lush aufhalten könnte, aber im Sinne der Nachhaltigkeit sehr zu empfehlen sind, last but not least, Kosmetikartikel in fester Form. Einige Läden bieten mittlerweile von der Zahnpasta bis zum Deodorant fast alles in fester Form und ohne Plastikverpackung an: So durften bei mir zuhause bereits Zahnpastapastillen (in einer Pappschachtel), festes Deodorant, Shampoo, Conditioner (jeweils in Papiertüten) oder Duschknete (in biologisch abbaubarer Folie) einziehen und meinen Rebecca-Duft ein bisschen schöner machen. Demnach lässt sich auch feste Kosmetik mit mehreren Pluspunkten auszeichnen: Langlebigkeit, Nachhaltigkeit, reiner Spaß am Einkauf und mehr Tolerierbarkeit im Handgepäck.

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Kommentare:

  1. sehr cooler Post!
    ich bin seit 5 Jahren Vegetarierin und hab vielleicht fünf Mal nen Fleischersatzprodukt gegessen, einfach, weil ich nie das Bedürfnis hatte, über die Produkte, die irgendwie auch aus Massentierhaltung kommen hab ich mich auch schon aufgeregt, aber ja du hattest Recht, eigentlich ist das ein gutes Zeichen, dass vegetarische und vegane Ernährung mehr Beachtung bekommt :)
    dank meiner Mama nehm ich immer einen Stoffbeutel zum Einkaufen mit oder auch nen Korb, aber sich mal extra Beutel für Obst & Gemüse zu besorgen ist wirklich großartig, wird notiert!
    ach und die Wasserflasche landet wohl auf meiner Geburtstagswunschliste :)

    Liebe Grüße Katrin

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    1. Uh danke, das freut mich sehr! Und dass die Idee der Kreislerin auch außerhalb des Forums auf Anklang stösst, finde ich auch sehr super. Ich bin, was Ersatzprodukte angeht, immer im Zwiespalt: Einerseits finde ich es, wie oben geschrieben und du auch sagst, gut, wenn einem mehr Möglichkeiten offen gehalten werden (mal abgesehen von der ständigen Fragerei: Aber warum brauchst du etwas WIE Fleisch, wenn du kein Fleisch isst? blablabla). Andererseits sind die Produkte ja teilweise echt aus Massentierhaltungsbetrieben, werden mit Eiern aus Bodenhaltung produziert oder einfach mal überhaupt nicht gesund oder lecker. Trotzdem bin ich manchmal echt dankbar dafür, dass ich mir etwas WIE Salami aufs Brot legen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. <3

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  2. Ich bin halbwegs gut dabei, wenn ich mir die Liste angucke. Aber Glasflaschen sind der Teufel! Bzw. meine Ungeschicklichkeit. Da hab ich mir eine wunderbare Glasflasche mit Edelstahldeckel(so fancy) gekauft und einen Tag später, als ich meine Ware in meine Nichtplastiktüte packen wollte, fiel mir die schöne Flasche direkt auf den Boden und war hin. So benutze ich eben weiterhin meine Plastikflaschen, aber immerhin verwende ich die ja auch immer und immer wieder.

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  3. Menstruationstassen FTW! Ich benutze meine seit 2,5 Jahren und bin so begeistert, dass ich immer allen weiblichen Mitmenschen die Dinger empfehle, sobald das Thema Menstruation nur ansatzweise angesprochen wird. Immerhin eine konnte ich davon schon begeistern. Deshalb ist es auch großartig, dass du die Info verbreitest, dass es sowas überhaupt gibt
    Stoffbeutel zu benutzen finde ich so selbstverständlich und logisch, dass ich jedes Mal eine kleine Krise bekomme, wenn meine Mitbewohnerin beim Einkaufen Plastiktüten kauft. Weil - es kostet Geld und ist Plastik - warum nicht einen Beutel mitnehmen?!

    Mit den Wasserflaschen bin ich auch zwiegespalten. Bis jetzt fülle ich immer meine leeren Mehrwegflaschen auf, da ich bei zwei für Dauergebrauch gedachten Flaschen schon Flut im Rucksack hatte. Soulbottles hatte ich auch schon auf dem Schirm, aber ich bin skeptisch, da sie doch schwerer und zerbrechlich sind als Plastikflaschen. Andererseits: wer will schon Plastikflaschen?

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Ich bedanke mich für euer Feedback und freue mich sehr herzlich über allerlei Nettigkeiten und Kritiken. Wer beleidigt, ist doof, und wer "Gegenseitiges Verfolgen" Anfragen verschickt auch ein bisschen.

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